UFA Motor

Große Pläne hatte man Anfang der 1960er Jahre in der Baschkirischen Hauptstadt Ufa-1Ufa. Angespornt durch die Erfolge der heimischen Fahrer wie Igor Plechanov, Boris Samorodov und Farit Shnaynurov schickte man sich an einen eigenen Speedway- motor zu bauen der den Namen der Hauptstadt “UFA” tragen sollte.  Unter der Leitung des Präsidenten der baschkirischen Speedway Vereinigung Leonid Balaban wurden Pläne entwickelt und Aufträge an die heimische Industrie vergeben. Der neue Motor sollte alle positiven Eigenschaften der damals vorherrschenden JAP und ESO Motoren beinhalten ohne deren Nachteile zu übernehmen. Auch sollte der Motor ein geschlossenes Schmiersystem haben da Gerüchte aufkamen das in Westeuropa alle Motoren mit offenen System mit einer Ölauffangvorrichtung versehen sein müßten. Im Jahre 1964 wurden zu Testzwecken fünf Motoren gebaut von denen zwei ins Trainingslager der russischen Nationalmanschaft nach Alma Ata geschickt wurden. Diese Motoren wurden in den Motorrädern von Gabtrahman Kadyrow und Yuri Chekranov platziert.  Die beiden testeten die UFA Motoren  in einer Serie von fünf stattfindenden Rennen,  wobei  in der Gesamtaddition Yuri  Chekranov  den dritten Platz belegte, während Kadyrow sechster wurde. Das Urteil der Fahrer war durchaus positiv wenngleich man einige kleinere Mängel entdeckte. So war zum Beispiel der Verschleiß an Ventilen und Kipphebeln höher als erwartet so das man beschloß diese aus einem anderen Material herzustellen. Auch die Ölpumpe erfuhr eine Änderung da diese einen zu hohen Druck erzeugte. Bei den Läufen zur Eisspeedway WM im Jahre 1966, die Kadyrov vor Chekranov gewann, setzen die beiden Fahrer aus Ufa allerdings doch lieber auf die bewährten Aggregate aus der Tschechoslowakei . Bei den anschließenden offenen Rennen in  Magnitogorsk und  Beloretsk  nahm Chekranov Revanche an seinen Rivalen Kadyrov und siegte, mit eingebauten UFA Motor,  beide Male mit neuem Bahnrekord. Danach meldeten sich, durch gute Presse aufmerksam geworden, einige Hersteller die diesen Motor in Serie fertigen wollten. Der Direktor einen Maschinenfabrik in Kaluga, mit Namen Stanislav Borisovich, versprach 2000 Stück dieser Motoren herzustellen und damit den Markt zu Revolutionieren. Doch bevor das Projekt umgesetzt wurde, starb Borisovich bei einen Autounfall und die Pläne wurden verworfen.  Auch die zweite Chance einer Serienfertigung wurde leichtfertig vertan, als nämlich Nikolai Tschernow mit einem auf 350 ccm umgebauten UFA Motor zweimal Meister der UDSSR wurde, meldete sich der Direktor der Wjatka Polyansky-Maschinenfabrik (eine Firma die Motorroller herstellt) und fragte nach Unterlagen des Motors. Direktor Treschew Vyatskie Glades war  eine einflussreiche Persönlichkeit und ein Fan des Motorsports und daher durchaus in der Lage ein solches Projekt umzusetzen. Doch Leonid Balaban hatte, bedingt durch den Weggang fast aller Mitstreiter der ersten Stunde, das Interesse an dem Projekt verloren und verweigerte die Herausgabe der Unterlagen da er befürchtete sie könnten in die falschen Hände geraten. So fand die Revolution auf den Motorenmarkt nicht statt, wenngleich der Motor auch seine Vorteile hatte.

Ufa-2

Leonid Balaban

Ufa-5-Chekranov

Juri Chekranov

Technische Daten UFA Motor

Bohrung/ Hub   : 86 x 86 mm
Hubraum          : 498,5 ccm
Verdichtung     : 14 : 1
Leistung           : 50 PS/7500 min.
Vorzündung     : 45° v.O.T.
2 Zündkerzen
Kraftstoff         : Methanol
Schmierung      : Rizinusöl

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Publication may by only stating: obtained from Irina Gor`kova and Nicholas Ermolenko, plus a link or reference to the source: "Courier Sports Bashkortostan" ("Sportivniy kurier Bashkortostana") from 02-08.12.2003, № 18 (18)