Josef Hilz

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Josef “Sepp” Hilz aus Miesbach (etwa 50 km südlich von München gelegen) ist Inhaber einer Metallbaufirma und ein Tausendsassa in Sachen Motorsport. Angefangen hat alles in den 1980er Jahren als Mechaniker von Helmut Weber aus dem benachbarten Hausham. Als dieser, zusammen mit Max Niedermaier, 1983 in Berlin Wilmersdorf Eisspeedway Teamweltmeister wurde, war dieser Erfolg auch auf die zuverlässigen Dienste von Sepp Hilz zurückzuführen. Aber nicht nur Helmut Weber profitierte vom handwerklichen Geschick des Miesbachers, sondern später auch Günter Bauer und heute noch dessen  Sohn Luca. Immer nämlich wenn es um Dreh,- Fräs,- und Schweißteile für Bahnmaschinen geht, ist Sepp Hilz erster Ansprechpartner. Als in den 1990er Jahren Martin Schmid aus dem benachbarten Hundham in den Eisspeedwaysport einstieg, baute ihm Sepp Hilz in mühevoller Kleinarbeit das links zu sehende Eisspeed- waybike mit Gitterrohrrahmen und gefederten Heckteil. Das Federbein befand sich hier praktisch über den Motor und erinnert an die ersten gefederten JAWA Fahrgestelle.

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Die Maschine wurde für stehenden Motoreinbau mit Mittelvergaser konstruiert. Während der Rahmen selbst aus Rundrohren  besteht wurde die gefederte Hinterradschwinge aus Rechteckrohren gefertigt. Der aufwändig gebogene Auspuffkrümmer wurde eng um den Motor geführt so das das Gestänge des Fußschalthebels ohne Umlenkung direkt nach unten zeigt. Der Zweiventil JAWA Motor wurde von Karl Keil getunt.

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Das linke Bild stammt aus den 1980er Jahren und zeigt Helmut Weber und seinen Mechaniker Sepp Hilz im Fahrerlager.
Martin Schmid aus Hundham war von 1995 bis 2003 aktiver Eisspeedwayfahrer und nahm an insgesamt sieben Deutschen Meisterschaften teil, wobei er dreimal Platz 5 belegte. Auch bei diversen Vorläufen zu Europa-, und Welt- meisterschaften stand er am Startband. Leider wurde das von Sepp Hilz konstruierte Motorrad bei einem EM-Lauf in Rußland irreparabel zerstört, als Schmid einer auf der Bahn liegenden Maschine nicht mehr ausweichen konnte und mächtig über den Lenker abstieg. 1999 stand Martin Schmid im EM-Finale in  Saransk und belegte dort als bester Deutscher Fahrer den elten Platz.


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Hilz10In seiner Metallbaufirma in Miesbach stellt Sepp Hilz auch Spikes für Eisspeedway her. Die Spikes werden dabei für vorn und hinten in unterschiedlichen Längen gefertigt. Durch  Unterlegscheiben in verschiedenen Stärken  können die unter- schiedlichen Wandstärken der Karkassen ausgeglichen werden, so daß die maximal zulässige Länge von 28 mm auf keinen Fall überschritten wird. Auch die Über- wurfmuttern werden im Miesbacher Betrieb mittels CNC Drehbank hergestellt.

Einen kleinen YouTube Film über die Herstellung der Spikes können sie durch einen Klick auf das nebenstehende Foto abrufen.


Sepp Hilz Aktivitäten sind so vielfältig wie der Motorsport selbst, er ist  Konstrukteur, Mechaniker, Fahrer, Beifahrer, Betreuer und Mäzen, alles in einer Person wie es Deutschland wohl nur wenige gibt, vergleichbar eigentlich nur mit dem bereits verstorbenen Erich Lawrenz (ERLA).  So baute er in den 1980er Jahren zwei BMW Bahngespanne, eines als Schwenker und eines mit Starrrahmen für Skijöring. Bei beiden Gespannen wurde der Kardanantrieb durch Kettenantrieb ersetzt, wobei das Skijöring Gespann sogar mit Seitenwagenradantrieb versehen ist.

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Das BMW Schwenkergespann mit dem Manfred Kreuzmayr mit Sepp Hilz bei verschiedenen Oldtimer Veranstaltungen in der 750 Kubik Klasse  Auftritt.

Von Sepp Hilz gebautes BMW-Skijöring Gespann mit Seitenwagenradantrieb


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Manfred Kreuzmayr mit Beifahrer Sepp Hilz

Voller Einsatz:  Manfred Kreuzmayr und Sepp Hilz bei einer Veranstaltung in England


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Das besondere an dem von Sepp Hilz gebauten Schwenkergespann ist der Umbau von Kardan auf Kettenantrieb, womit es wohl das einzigste Gespann mit einem derartigen Antrieb in Deutschland ist. Dazu wurde das Originale BMW Getriebe mitsamt der Kupplung entfernt  und die Öffnung mit einer Aluplatte verschlossen. Ein daran angeflanschtes Umlenkgetriebe ist über eine Verzahnung direkt mit der Kurbelwelle verbunden und lenkt die Kraft im 90° Winkel zur linken Motorseite  und von dort über ein Ritzel auf das dahinterliegende Jawa Zweigang Bahngetriebe mit der Mehrscheibenkupplung. Ein kurzes Gestänge verbindet Getriebe,-  und Fußschalthebel.


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Die Vorliebe für BMW Motorräder ist bei Sepp Hilz nicht zu übersehen, denn neben den zwei BMW Gespannen hat er auch in jahrelanger Bastel,-  und Tüftelei eine Replika der Michel Boxer Rennmaschine aus den 1970er Jahren originalgetreu nachgebaut. Der Mommenheimer Willi Michel baute damals den gelb-roten Renner um damit an Langstreckenrennen teilzunehmen. Mit 104 kg und nur 107 cm Höhe war dieses Leichtgewicht als Gegenstück zu der damals überwiegend japanischen Konkurrenz gedacht. Als Sepp Hilz 1982 in einer Motorradzeitschrift einen Bericht über die aufsehen erregende Maschine las, fasste er den Entschluß sich auch so eine Maschine zu bauen, ohne zu ahnen auf welche Herausforderungen er dabei alles stoßen würde. Dazu muß man wissen, das Hilz für dieses Vorhaben nur wenige Fotos und sonstige Unterlagen zur Verfügung standen. Denn die Original Michel Rennmaschine wurde bereits bei ihrem ersten Auslandseinsatz, 1982 in Barcelona, aus dem vor dem Hotel parkenden Renntransporter gestohlen und ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Außerdem starb Willi Michel bereits 1996 und stand damit für Fragen aller Art nicht mehr zur Verfügung. Jahrelang sammelte Hilz jedes Foto und jede noch so kleine Information bis er zumindest den Radstand und den Lenkkopfwinkel herausfand. Anhand der Fotos und viel Rechnerei sowie Ausprobieren ermittelte er ein Maß nach den anderen bis alles zusammen paßte. Der Rahmen wurde in rot pulverbeschichtet und die Anbauteile in gelb lackiert. Es dauerte fast 20 Jahre bis Hilz endlich alle Teile zusammen hatte und die Maschine startklar war. Die Premiere fand dann 2016 beim Classic- Rennen am Schleizer Dreieck statt. Seitdem ist Sepp Hilz immer mal wieder mit seinem Mechaniker Walter Schnitzbauer (auch bekannt als Mechaniker in der Eisspeedwayszene) bei diversen Classicrennen am Start.

Besitzerstolz : Sepp Hilz mit der Michel BMW


Wer sich auch ein Rennmotorrad oder andere Teile nach eigenen Wünschen herstellen lassen möchte, sollte mit Sepp Hilz Kontakt aufnehmen denn mit seiner Erfahrung weiß er eigentlich immer Rat. Hier seine Adresse:
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