Scott

Alfred Angus Scott, gilt als Erfinder der Zweitaktmotoren und konstruierte seit 1903 ScottMotorräder in Yorkshire. Neben den für die Scotts typischen Rahmen aus ausschließlich geraden Rohren in Drei- eckverbindungen verdankt die Motorradwelt A. A. Scott mit Kickstarter, Telegabel und Wasserküh- lung auch heute noch verwendete Konstruktionsmerkmale aus seinen über 60 Patenten. Im Jahre 1928 erreichten die in Australien sehr populären Dirt-Track Rennen- ähnlich den heutigen Bahnrennen in Europa - zuerst Großbritannien und inspirierten die beiden Scott- Mitarbeiter Allen Jefferies und Frank Varey zur Entwicklung einer Dirt-Track Maschine auf Basis des leichten Rahmens der SPrint Special Modelle, mit der Frank Varey wegen seines verwegenen Fahrstils in Verbindung mit dem typischen Heulen der Scott-Motoren bald zum Publikumsliebling wurde


Die links abgebildete Maschine unterscheidet sich von der ca. ab Katalogjahr 1929 angebotenen durch eine verstärkte Teleskopgabel von Webb im Gegensatz zur serienmäßigen Gabel mit Reibdämpfer und eine andere Anordnung der doppelten Pilgrim-Pumpe zur Schmierung der Kurbelwellenlager. Auch hat sie nicht mehr den Scott- typischen Röhrenkühler aus vernickeltem Kupfer. Bei der unterhalb des Zylinderfußes sichtbaren Chromstange handelt es sich nicht um ein Pleuel, wie mancher Laie nach flüchtigem Betrachten zu erkennen glaubte, sondern lediglich um einen Spannbügel, der die runden Inspektionsdeckel  des Kurbelgehäuses  andrückt. Der seit 1908 gebaute wassergekühlte 2- Zylinder Zweitaktmotor mit 498 ccm hat Nasenkolben und eine nur 2- fach mittig rollengelagerte "überhängende" Kurbelwelle mit 180°- Versatz der Hubzapfen und ohne äussere Hubscheiben. Ebenfalls gut erkennbar, die beidseitig vom AMAL TT- Vergaser aufgeschraubten Überströmkanäle. Unter dem Alugehäuse hinter dem Motor befindet sich das SCOTT-Dreigang- Getiebe und eine Trockenkupplung, die über Kette von einem neben der zentralen Schwungscheibe montiertem Ritzel angetrieben wurde. Rechts vom Schwungrad befindet sich ein Ritzel für den offenen Kettenantrieb des B.T.H- Zündmagneten, der bei bei einem 2-Zyl. 2- Takter somit doppelt so schnell (also mit Kurbelwellendrehzahl ) wie bei 4-Taktern drehen mußte und durch den 180°-Versatz der Hubzapfen auch noch doppelt soviele Zündfunken liefern mußte. Nach dem Abnehmen der beidseitigen Deckel hatte man freie Sicht auf den Hubzapfen mit rollengelagerten schlanken Messerpleueln.
Scott-Zeichn
Die ungewöhnliche, ursprünglich zur Erhöhung der Vorverdichtung im Kurbelgehäuse entwickelte Bauweise, wurde erst mit Produktionsende des Scott- Nachfolgers SILK 1972 aufgegeben. Leistungsangabe (mit Vorbehalten): um die 30 PS bei 5000 U/min. 

 


 Kurbelwelle mit Nasenkolhen


  Orginal Scott Dirt-Tracker von 1929 mit Orginal.Webb-Gabel und Röhrenkühler (english: honeycomb(Bienenwabe)

ScottVarey

Mitentwickler und Rennfahrer Frank Varey auf seiner Scott Speedwaymaschine


   Hier gut zu erkennen, der Doppeltank mit getrennten Öl und Kraftstoff- Einfüllstutzen und der Handschalthebel für das Dreigang-Getriebe

   Scott-Dirttrack-Bike von 1929 mit Original Scott Vordergabel

 Scott-Bike von 1930 mit Webb-Vordergabel. Ebenfalls hier gut zu erken- nen , die damals übliche Kniestützte (Knee-Hook) an der sich der Fahrer in den Kurven abstützte.

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Besonderer Dank an Folkert Bounken und Bennie Ludolphy die mit Bild und Textmaterial zur Erstellung der Scott-Story beigetragen haben.


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