Bauvorschriften für 500 ccm Gespanne 2017

Gespannbau-2017

Da es  für Bahngespanne nur wenige Firmen gibt die überhaupt soche Fahrgestelle anbieten , sind die meißten Gespanne Eigenbauten die überwiegend von aktiven oder Ex-Fahrern hergestellt werden.  Wer ein Seitenwagengespann für Bahnrennen bauen will ist dabei eng an den Bauvorschriften der FIM gebunden, welche nur wenig Platz für eigene Ideen läßt. Keine Einschränkung gibt es dagegen was Typ, Motor und Marke betrifft . Der Seitenwagen muß für die Beförderung eines Beifahrers  ausgelegt sein und  mit dem Motorrad eine permanente Einheit bilden. Der Versatz von Vorder,- und Hinterradspuren darf Maximal 75 mm betragen wodurch die Torsionskraft der Lenkung verringert wird. Das Gewicht eines Gespanns darf 115 kg nicht unterschreiten. Seit ein paar Jahren ist auch wieder Titan für bestimmte Baugruppen erlaubt, außer für den Rahmen, der Vordergabel, den Lenker und des Schwingarms. Da Titan nicht magnetisch ist ist daher eine Überprüfung, während der Maschinenabnahme, ohne größeren Aufwand möglich.
Gespann-Lenker-1 Eine Menge Vorschriften gibt es auch im Bereich des Lenkers und der Lenkung überhaupt einzuhalten. So darf die Lenkerbreite 800 mm nicht über- schreiten und der Lenker muß mindestens einen Durchmesser von 16 mm aufweisen. Die Lenkerschellen müssen sorgfältig abgerundet sein so das keine Risse am Lenker auftreten können. Beim Gespann auf dem Bild links ist die Auflagefläche der Schellen nach außen verlängert. Der Abstand zwischen den Schellen darf 120 mm nicht unterschreiten. Gelenkt werden darf ausschlieslich nur das Vorderrad wobei der Lenkeinschlag nach beiden Seiten mindestens 40° betragen muß. Lenkbare und angetriebene Seitenwagenräder sind nicht gestattet.  Alle Handhebel, wie Kupplung Schaltung, Bremse u.s.w. müssen am Ende eine Kugel von mindestens 16 mm Durchmesser haben und dürfen im gezogenen Zustand nicht über das Lenkerende hinausragen. Alle Hebel müssen einzeln drehbar gelagert und so geformt sein das ein Einklemmen der Finger zwischen Hebel und Lenker unmöglich ist. Der hier auf dem Bild zu sehende Lenkungs- dämpfer ist nicht vorgeschrieben, wird aber heute von fast allen Fahrern verwendet um das gefürchtete Lenkerschlagen beim starken Beschleunigen zu verhindern.
Eine Besonderheit bei den Gespannen ist die an der linken Seite angebrachte Fußraste die mit einem am Rahmen angebrachten Sturzbügel versehen sein muß und sich mindesten 150 mm über den Boden befinden soll.
Genau vorgeschrieben sind auch die Maße für die Räder, die bei Gespannen ungleich höheren Belastungen ausgesetzt sind als bei Solomotorrädern. Das Vorderrad muß mindestens einen Durchmesser von 18 Zoll haben und mit einer Radachse aus Stahl von mindestens 15 mm Durchmesser ausgestattet sein. Beim hinteren Antriebsrad muß die Radachse gar 17 mm Durchmesser haben und die Speichen mindestens 4 mm im Durchmesser aufweisen. Die Reifenbreite des Hinterrads darf höchstens 100 mm und die Profiltiefe maximal 8 mm betragen. Für das Seitenwagenrad gilt ein Maximaldurchmesser von 16 Zoll und eine maximale Neigung von 30° nach innen, während das gesamte Gespann höchstens 15° Neigung aufweisen darf. Die vorderen und hinteren Kotflügel müssen aus flexiblen Material bestehen und dürfen bei Bruch keine Verletzungen hervorrufen. Hinten muß der Kotflügel das Rad komplett abdecken und darf zum Boden höchstens einen Abstand von 200 mm haben; gleiches gilt für das Seitenwagenrad.
Der Name des Rahmenherstellers und der Name des Motorenherstellers müssen auf dem Motorrad angegeben sein, was auch für Eigenbauten gilt.
Für den Motor gelten die gleichen Bauvorschriften wie bei den Solomaschinen. Es ist lediglich vorgegeben das der Motor sich vor der Hinterachse befinden muß und die Halteplatten mindestens eine stärke von 5 mm (Alu) oder 4 mm bei Stahl aufweisen müssen.. Allerdings dürfen Gespanne mit Vergasern bis zu 38 mm Durchmesser ausgestattet sein. Eine kleine Änderung gibt es bei den Auspuffrohren, wo es nun heißt das sie interne oder externe Geräuschunterdrückungssysteme enthalten dürfen womit der Verwendung von Power-Bomb Systemen nichts im Wege steht, sofern der Außendurchmesser des Krümmerrohres von 50 mm nicht überschritten wird. Der Schalldämpfer selbst muß natürlich eine eingestanzte FIM Homologationsnummer  haben und darf eine Lautstärke von 112 dB(A) nicht überschreiten. Seit 2016 ist auch ein fest montiertes Hitzeschild vorgeschrieben um Fahrer und Beifahrer bei Berührungen vor Verbrennungen zu schützen.
Dieser Auszug aus den Bauvorschriften für 500 ccm Gespanne stellt nur eine grobe Übersicht dar. Er soll nur zeigen das es gar nicht so einfach ist ein Bahngespann herzustellen. Genaue Bauvorschriften, die sich natürlich ständig ändern, finden sich in den jedes Jahr neu herausgegebenen Technischen Bestimmungen der FIM bzw. des DMSB.

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