Mike Krauser

Michael Krauser, den meißten Leuten besser unter seinen Spitznamen “Mike” oder “Gigi” bekannt, war in den siebziger und achtziger Jahren einer der größten Sponsoren im Motorradsport.Wurden mit seinen Motoren doch insgesamt 10 Weltmeistertitel sowohl in den Solo als auch in den Gespannklassen gewonnen. Weniger bekannt ist aber, das Krauser als junger Mann ein erfolgreicher Gespannfahrer auf der Sandbahn

war. Im Jahre 1955 konnte Krauser-VIer mit dem links abgebilde ten BMW Schwenker Gespann Deutscher Vizemeister auf der Sandbahn werden. Geboren Krauser-Xwurde Mike Krauser  in Germering bei München wo sein Vater eine Firma für Motoreninstandsetzung betrieb. Schon früh begann auch Mike sich für Motoren und allem was dazugehört zu interessieren. So war es auch nicht verwunderlich das Mike Krauser 1948, im Alter von 22 Jahren begann mit einem BMW Gespann Bahnrennen zu fahren. Bis 1960  war der Gigi aktiver Bahnfahrer, wobei er neben dem BMW Gespann auch ein Gespann mit JAP-Motor zum Einsatz brachte. Dieses hatte einen besonders kurzen Radstand und war speziell für Sandbahnen konstruiert. Mit den damaligen Gespanngrößen Haselbeck/Scherzberger, Mayr / Zeller oder auch Wimmer /Oberleitner, Mößmer / Aumüller und so weiter, lieferte er sich erbitterte Rad an Rad Kämpfe wie sie heute nur noch selten zu bewundern sind. Durch die Motorenfirma seines Vaters, aber auch durch die Übernahme einer BMW Vertretung konnte  er dabei immer auf Spitzenmaterial zurückgreifen. Im Bild links das 1952 von Krauser gebaute Schwenkergespann mit 750 ccm BMW- Boxermotor, mit dem er 1955 Deutscher Vizemeister wurde. 


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Mike Krauser und Beifahrer Franz Preißl mit dem BMW Schwenkergespann in voller Schrägläge

 

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Hier mit der legendären Startnummer 25 im Kurvenkampf mit einem weiteren BMW Gespann


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Krauser JAP Gespannmotor mit selbst- entwickelten Alu-Zylinder

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Der Krauser JAP Motor von der Antriebsseite her gesehen

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Siegerpokal aus Dingolfing vom      1.Mai 1954

1972 eröffnete Mike Krauser in Merimg seine heute weltbekannte Firma  für Motorradzubehör und Fabrikation. Der von ihm entwickelte Hartschalenkoffer war ein voller Erfolg  und ermöglichte Krauser Rennsport Sponsoring in großem Stil zu betreiben. Leider versteifte er sich dabei zunehmend auf den Strassen- rennsport und nicht auf den Bahnsport. Nur wenige Bahnfahrer wie Karl Maier kamen in den Genuß von Krauser unterstützt zu werden.

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BMW-Krauser Weltmeistergespann von Max Deubel / Emil  Hörner, die damit von 1961 bis 1964 viermal den Titel gewannen.

Krauser-Maier

Auch der vierfache Langbahnweltmeister Karl Maier aus Neufinsing wurde von Krauser unter- stützt.

Krauser-Emblem02

Das Krauser Racing-Team entstand 1980 wobei mit Toni Mang im selben Jahr der WM-Titel in der 250 ccm Klasse errungen wer- den konnte.1982 übernahm Krauser die Rennabteilung von Kreidler und zwei Jahre später auch den kompletten Rennstall von Zündapp. Krauser  fing  an eigene Motoren zu ent- wickeln und stellte sogar eine eigene 80ccm Werksmaschine auf  die Beine mit der Peter Öttl sehr erfolgreich war. Als die 80ccm Klasse durch die 125er Klasse ersetzt wurde baute Krauser für Adi Stadler eine solche Maschine mit der dieser gleich beim ersten Einsatz WM-Punkte holte. 

1984 und 85 wurde Krauser Fahrerweltmeister und 1985 und 89 Markenweltmeister. Die Solofahrer Randy Mamola, Freddy Spencer, Gustav Rainer in der 500ccm Klasse sowie Stefan Dörflinger, Hubert Abold, Peter Öttl bei den 125ern fuhren diese Erfolge für den Meringer Rennstall ein. Besonders erfolgreich war das Krauser Racing Team in der Seitenwagenklasse wo die Fahrerkombinationen Biland-Waltisperg, Michel-Fresc, Schwärzel-Huber, Webster-Hewitt zu Weltmeisterehren kamen.


Krauser R4

1985 konstruierte Krauser den 4-Zylinder R4 – Motor für den Seitenwagenrennsport, mit dem Webster/Hewitt 1987 den Weltmeistertitel in der Seitenwagenklasse holten. Der Motor hat 500ccm Hubraum und leistete 136 PS bei 12000/min. wobei er mit 36 kg ein absolutes Leichtgewicht war. Die Zylinderbeschichtung des aus Magnesium bestehenden Motors war aus besonders Wärmebeständiger Keramik. Gleich bei seinen ersten Einsatz konnte Rolf Biland mit diesen Motor beim GP in Assen den ersten Platz belegen.

Krauser-VII

Als sich abzeichnete, das die Viertaktmotoren auf Dauer gegen die hochgezüchteten Zweitakter der Konkurrenz keine Chance mehr haben würden, stieg auch Krauser auf diese Technik um. In Zusammenarbeit mit der Fa.BOSCH in München entwickelte Krauser eine mechanische Saugrohr - Einspritzanlage für Zweitaktmotoren .Dieser Motor kam am 28. August 1988 anlässlich des Motorrad-Grand Prix in der Tschechoslowakei zum ersten Mal zum Einsatz und leistete 140 PS bei 12000/min.


In den achtziger Jahren versuchte Krauser Speedwaymotorräder mit 250 ccm Zweitakt-Motoren von Suzuki oder KTM auszurüsten um dem Bahnsport mehr Seriennähe zu geben. Doch es blieb bei einzelnen Testfahrten, da die Veranstalter nicht daran interessiert waren die Klasse in ihr Programm aufzunehmen. Aber auch im Strassenrennsport machte die geballte Konkurrenz aus Japan den Privatier Krauser zu schaffen, so das sich dieser Anfang der neunziger Jahre mehr und mehr als Sponsor und Hersteller aus dem GP-Sport zurückzog. Im Februar 1991 verstarb Mike Krauser im Alter von nur 63 Jahren an Herzversagen. Die Geschäfte werden heute von seinem Sohn Michael in gewohnter Weise weitergeführt. Die meissten Komponenten vom Krauser Rennstall sind heute im Motorradmuseum von Krauser Fan Manfred Wirth in Pleidelsheim zu sehen.

Krauser-XI

Präsentation der Krauser 2-Taktmaschine mit Suzuki Motor durch:  v.l. Michael Krauser jun., Mike Krauser, Fred Aberl, Steve Baker, Otto Weiss und Sam Ermolenko

Krauser-XII02

Der 250 ccm SUZUKI-2-Taktmotor mit Membran - Einlaßsteuerung hatte 250 ccm und leistete ca.50 PS bei 12000/min. Er wurde Flüssigkeitsgekühlt und mit Zweitakt- Benzinölgemisch betrieben. Das Serienmäßige 5- Gang-Getriebe wurde auf 3-Gänge reduziert. Die Maschine hatte vorn ein 21” und hinten ein 19” Rad

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