König-Motoren

1932 gründete Rudolf König in Berlin, seine Firma für Bootsmotoren. Sein Sohn Dieter machte die König-Emblem-1Zweitakter durch seine Erfolge im Motorbootsport weltweit bekannt. Mit dem recht simpel aufgebauten 4-Zylinder-Zweitakt-Drehschiebermotor wurde er 1964 Weltmeister in der Klasse bis 700 ccm. Nach diesen grandiosen Erfolg versuchte man sich auch im Motorrad-Strassen-GP-Sport und schickte Kim Newcombe, der bei König als Versuchsingeneur tätig war, in der 500er Klasse ins Rennen. Newcombe wurde 1973 hinter Phil Read Vizeweltmeister. Diese Erfolge ließen natürlich auch die Piloten anderer Rennsportklassen aufmerksam werden. So baute der bekannte Strassengespannfahrer Rolf Steinhausen

  aus Nümbrech im Winter 1971/72 den nur 50 kg schweren Motor in sein Renngespann und wurde nach diversen Anfangsschwierigkeiten und Änderungen damit 1975 und 1976 Weltmeister.
Auch im Bahnsport wollte man sich die Vorteile des kleinen Zweitaktmotors zunutze machen und so sah man bald etliche  mit dem Berliner Aggregat ausgerüstete Gespanne  auf deutschen Grasbahnen. Die Gespannfahrer Ottomar Schneider, Egon Walla, Michael Datzmann, Rolf Budesheim, Otto Bauer usw. waren durch den Ohrenbetäubenden Lärm, den der über 10 000 Umdrehungen machende Vierzylinder verursachte,  schon von weitem unverkennbar auszumachen. 1977 waren beim Gespannrennen in Hof, im Westerwald, nicht weniger als 6- Gespanne mit König Motor am Start.  Leider wurden Mehrzylinder-Gespanne ab 1978 im Bahnsport verboten und somit war auch die Äera des König- Drehschiebermotors im Bahnsport beendet. Peter König, der Enkel des Firmengründers, schloss die Firma im Jahre 1998 endgültig. Ersatzteile bekommt man heute  über die Tschechische Firma Konny-Motors, die auch komplette Nachbauten des Drehschiebermotors anbietet. (www.Konny.cz


Koenig-1

Das Herzstück des König Boxermotors ist die Rollengelagerte Kurbelwelle. Oben die Wasserumman- telten Zylinderköpfe.

Schnittzeichnung des Vierzylinder- König- Motors. Oben der Plattendrehschieber der von der Kurbelwelle mittels eines umgelenkten Zahnriemen angetrieben wird . Links sind die zwei Rundriemen zu sehen, die die Wasserpumpe antreiben.


König-SW

Links u.rechts die Abdeckung der Auslaß- kanäle

König-Emblem

Hans Wassermann testete diesen König-Proto typen im Solo-Langbahnfahrwerk. Der Motor war von A.Dörr vorbe- reitet worden und verfügte über eine spezielle Kühlung. Interessant hierbei auch die Anordnung der zwei Auspuffe.


König-2

Koenig-Kupplung

König Kupplung. Werner Eggert schweißte hier einen Zahnkranz mit 44 Zähnen auf.

Egon Walla  / Edgar Starke mit König- Gespann 1977

Technische Daten

Motor      : 4-Zyl.-Zweitakt-Boxer
Bohrung    : 54 mm
Hub          : 54 mm
Hubraum   : 498 ccm
Leistung     : ca.70 PS
Vergaser    : SOLEX-Doppelvergaser

 

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