Gefederte Gespanne

Als nach der Schwenker-Aera Anfang der 70er Jahre nur noch Seitenwagen mit starren Rahmen zugelassen wurden, gab es in Deutschland einige Ansätze auch diese mit einer Hinterradfederung auszustatten. Michael Datzmann, Anton Nischler, Otto Bauer und auch Rainer Stein experimentierten einige Zeit lang mit einer solchen Federung, wobei die Konstruktion von Rainer Stein mit Gummiband- Zentralfederung am vielversprechendsten war.

Eines der ersten von Anton Nischler gebauten Gespanne. Das hinten gefederte Gespann war  mit einem JAWA- Motor  und Norton-Getriebe ver- sehen. Die Vordergabel war nach dem HERCULES-Prinzip konstruiert, wobei die obere Gabelbrücke aus gewinkelten Profil gefertigt war, welches eine hohe Stabilität und ein geringes Gewicht aufwies.

Dieses Gespann ist ein von Georg Mößmer aus Trauchgau  (GMT) umgebautes früheres Schwen- ker- Gespann, bei dem die ursprünglich hohe Sitzposition auf die heute übliche sogenannte “Hockerposition”  tiefergesetzt und der Tank abgeschnitten wurde.


Englische Gespanne mit Hinterradfederung

In der weiteren Entwicklungsphase der Gespanne mit starren Beiwagen gingen die führenden Deutschen Gespann-Hersteller Michael Datzmann (damals der führende Kopf in der Gespannszene),Otto  Bauer, Rainer Timm und später Anton Nischler u.s.w.zum ungefederten Hinterrad über.Hauptgrund war die starke Neigung des Gespanns um ca.15° nach links wobei das Seitenwagenrad sogar bis zu 25° geneigt eingebaut werden darf. Daher sollte der Federweg des Hinterrades 50 - 70 mm nicht überschreiten um das Verhältnis zum ungefederten Seitenwagenrad nicht zu groß werden zu lassen. Abhilfe könnte hier ein mit dem Beiwagenrad verbundener Torsionsstab schaffen. Anders als in Deutschland, sind viele in England hergestellte Gespanne mit Hinterradfederung versehen. Cecil Taylor ist einer der Hersteller von gefederten 500 ccm Gespannen, der aber in der Vergangenheit doch arge Probleme mit Rissen im Rahmen hatte, da der Federweg wohl zu groß gewählt war. Auch der Deutsche Gespannfahrer Frank Ehret besaß einst ein solches Gespann.

Oben:Ein englisches MARLIN-Gespann mit liegenden JAWA-Motor und zwei hinteren Stoßdämpfern von ca.1998/99.

Links: Ein gefedertes HAGON-Gespann, wel- ches von Brian “Razz” Palmer etwa 1995 ein- gesetzt wurde


Bei den 1000ccm und 1200ccm Gespannen wird natürlich eine Hinterradfederung verwendet, wobei hier Monoshock und auch Twin-Shock gedämpfte Gespanne zum Einsatz kommen.

Mit zwei schräg eingebauten Stoßdämpfern versehenes 1000er Grasbahngespann von John Hiscock. Hiscock,der aus Hampshire stammt und seinen Lebensunterhalt mit den Verkauf und der Reparatur von Motorrrädern bestreitet, zeichnet und konstruiert seine Gespanne stets selbst ,wobei er hauptsächlich Materialien aus Aluminium verwendet. Deshalb sind die Gespanne mit der Nummer 184 stets Einzelstücke.

Mit einem großen Senkrecht ein- gebauten Monoshock-Federbein ist das 1000er Gespann von Rob Wilson ver- sehen. Ein Silentblock dient als Lagerung der Hinterradschwinge.


Seitenwagengespann mit BMW-Motor und Kardanantrieb, welches der damalige britische BMW-Importeur Hugenden 1976  für den Seitenwagen Spitzenpiloten Roger Measor konstruierte. Anfangs fuhr er mit normalen Vergasern, baute den Motor später aber auf Methanoleinspritzung um. Measor setzte dieses Gespann  ca.5 Jahre im Rennbetrieb ein.
Auf dem Bild Links ist der BMW- Motor in einem WASP-Rahmen eingebaut. Später hat Hugenden seine BMW- Motoren in selbstkonstruierte MONGOOSE Fahrgegestelle eingebaut. Auch hier sind hinten Stoßdämpfer angebracht

Links: Ein Gespann mit  750ccm SUZUKI GT- Motor von 1970.


Immer wieder werden in England die Abenteuerlichsten Konstruktionen für Gespannrennen gebaut. Dies  ist eine Zeichnung von einer SWORD-Maschine von 1975. Sie ist mit einem NORTON-Motor versehen der das Vorderrad antreibt. Auch diese Maschine verfügt über eine Hinterradfederung.

Mit dieser Konstruktion, bei der an einer Solo- maschine als Beiwagen nur ein Stützrad ver- wendet wurde, kam Arne Hendrickson 1965 an den Start. Fahrer und Beifahrer saßen auf der Sitzbank. Die beiden gewannen damit alle Rennen bis die Konstruktion noch im selben Jahr verboten wurde


Dieses Gespann mit Monoshock- Hinterradfederung gehörte Steve Dewison und wurde Anfang der 80er Jahre in England hergestellt. Es ist mit einem Zweizylinder- WESLAKE- Motor und Norton Getriebe bestückt.

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