Bellini-Story Teil II

Nachdem wir im ersten Teil über Paolo Bellini´s  neueste Konstruktion den Bellini 754 C -Motor, der im Februar 2007 auf dem Markt kam, berichtet haben,will ich hier einmal auf die bisherigen Konstruktionen des findigen Italieners näher eingehen.Bellini beschäftigt sich nämlich bereits seit den siebziger Jahren mit mehr oder minder großen Erfolg, mit den Bau und Umbau von Speedwaymotoren.
Zum ersten mal macht Bellini 1978 von sich reden, als er zusammen mit dem in Italien lebenden Porschemechaniker Walter Krüger einen Porsche SOHC 2-Ventilzylinderkopf  auf ein Weslake OHV Motorgehäuse setzte.Dieser Motor ist auf dem Foto links zu sehen, welches in einer Fachzeitschrift die den Motor damals vorstellte, veröffentlicht wurde.Da diese Konstruktion aber sehr teuer und reparaturanfällig war und viele Bastler sich sowieso bereits mit Vierventilumbauten für den JAWA-2-Ventilmotor befassten, konstruierte Bellini Anfang der achtziger Jahre einen eigenen Vierventil-Zylinderkopf und einen dazu passenden Zylinder, den er wiederum auf ein WESLAKE OHV Motorgehäuse plaziert. Der Motor ist auf den beiden unteren Bildern zu sehen, wo er in ein Langbahnfahrgestell eingebaut  und mit einem Dellorto-Vergaser ausgerüstet ist. Bereits seit vielen Jahren arbeitet Paolo Bellini eng mit dem in Cabiate (Italien) ansässigen Vergaserhersteller Dellorto zusammen. (siehe auch den von Bellini konstruierten Schwimmerkammer- Umbauwinkel für liegend eingebaute Motoren in der Vergaser-Rubrik).Auch heute geht jede Neu-oder Weiterkonstruktion von Dellorto zuerst zu Bellini , der sie auf Herz und Nieren prüft bevor diese auf den Markt angeboten wird.



Die Erfahrungen die Bellini mit dem oben beschriebenen Motorumbauten gemacht hatte,  nutzte er etwa 1981 um seinen ersten eigenen Motor herrauszubringen.Bei dem Motor handelte es sich um einen Vierventil-OHV Motor mit der Typenbezeichnung T 254. Dieser Motor ist auf dem linken Bild mit abgeschraubten Ventildeckel zu sehen.Dieser Motor wurde kontinuierlich weiterentwickelt bis Bellini etwa 1987/88 mit dem Typ T354 einen Nachfolger präsentiert.Der Motor ist auf den beiden rechten Fotos zu sehen und macht einen recht filigranen Eindruck.Auffällig bei beiden Motoren ist der recht steil stehende Einlaßstutzen.

Technische Daten Bellini T354

Motortyp

1-Zylinder,    OHV

Ventilspiel

Einlaß = 0,10mm  / Auslaß 0,15 mm

Ventile

4

Vorzündung

30° v.O.T.

Bohrung/Hub

86 x 86 mm

Zündkerze

CHAMPION G 56 R

Hubraum

499 ccm

Schmierung

Umlauf mit Zahnradpumpe

Verdichtung

13 :1

Gewicht

26 kg

Leistung

63 PS bei 8600/min.

Zündung

Zündbox-Aufladbar

Höchstdrehzahl

8600 1/min.

Vergaser

DellÓrto 34PHBE CS / PHSB34 CS


Ebenfalls 1988 bringt Paolo Bellini eine eigene Speedwaykupplung auf den Markt. Diese mit 6  Einstellschrauben versehene Kupplung wiegt nur 2,7 Kilogramm und ist auch heute noch oft anzutreffen, u.a. auch bei Langbahn-GP Fahrer Daniel Bacher.

  Die nur 2,7 kg wiegende Bellini-Kupplung

    Bellini-Kupplung komplett


Etwa um das Jahr 1990 experimentiert Bellini mit einen GM-Zylinderkopf auf sein T354 Kurbelgehäuse.Diese Konstruktion kommt aber aus dem Versuchsstadium nicht heraus so das es bei Einzelstücken bleibt.


Bellini-Desmo-Motor


1998 baut Bellini einen Protyp  mit Desmodro- mischer Ventilsteuerung. Dabei setzt er den Vierventil-Desmo-Zylinderkopf, der stark dem der Ducati 851 ähnelt, auf das Kurbelgehäuse des T354. Die Nockenwellen werden hier bereits über Zahnräder angetrieben. Der Motor, der auf den beiden oberen Bildern zu sehen ist, war aufrecht eingebaut und mit hochgezogenen Auspuff versehen. Diese Maschine wurde von Bellini-Junior erfolgreich eingesetzt.
Im Zuge der Weiterentwicklung wurde der Motor 1999 für liegenden Einbau modifiziert. Dieser Motor ist auf den beiden linken Bildern zu sehen. Auch hiermit war Marco Bellini mehrere Jahre auf Italiens Speedwaybahnen unterwegs.


Bellini GPT 754-A -2004

Der Versuchsmotor GPT 754 A von 2004 war quasi der Vorläufer des jetzt auf den Markt gekommenen Typ 754-C. Auf dem Bild links hat Bellini die rechte Motorgehäusehälfte mit einem Plexiglasdeckel versehen um die Funktion der einzelnen Zahnräder zu zeigen.Der Deckel wurde hier mit einem roten Gehäusedichtungsmittel abgedichtet.Auf dem linken Bild ist unterhalb der Kurbelwelle einer der beiden Ölfilter zu sehen während auf dem oberen Bild unterhalb des Zylinders die außenliegende Filterpatrone zu erkennen ist.


Bellini GPT 754 B von 2006

Hier nun die vorletzte Entwicklungsstufe des neuen Bellini-Motors, der GPT 754 B von 2006. Auf den Bild links ist noch der außen liegende Ölfilter und die vorgebaute Ölwanne zu erkennen, die beim GPT 754 C  nicht mehr vorhanden sind.


Im Febrauar 2007 brachte Paolo Bellini dann den GPT 754 C herraus, der im ersten Teil der Bellini Story bereits ausführlich vorgestellt wurde.Hier hat Bellini seine ganzen Erfahrungen, die er mit den hier vorgestellten Prototypen gewonnen hat, umgesetzt.


Zur Vorstellung des Bellini GPT 754 C >>>>>>

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