AF-Artur Flemming - Bahnmotorräder

Erstes von AF gebautes Motorrad mit NSU-OSL-Motor

 Die von Artur Flemming 1953 gebaute 350er Maschine mit Eigenbaumotor

Die Zündanlage wird über Kette direkt von der Kurbelwelle angetrieben

AF- Artur Flemming

Artur Flemming aus Berlin, war in den 50er Jahren einer der Erfolgreichsten Bahnfahrer der DDR. In den Jahren 1951 bis 1959 war er ununterbrochen DDR- Meister in der 250er Klasse. 1953 war er gar Doppel- meister in der 350 und in der  500 Kubikzentimeterklasse, jeweils vor Hans Zierk. Wegen seiner spektakulären Fahr- weise und den stets rot lackierten Maschinen hatte er schnell  den Beinamen “Der Rote Teufel ” von Berlin weg
Artur Flemming, der 1911 geboren wurde, war von Beruf Karosseriebauer und Betrieb in Berlin-Pankow eine   eigene Kfz- Werk- statt. War er zu Anfang mit einer NSU-OSL unterwegs, so baute er schon bald alles selbst. 1954 brachte er seine erste komplett in Eigenleistung hergestellte 250er an den Start. Später baute er auch eine 350er und zuletzt auch noch einen 500 ccm Motor, von dem es allerdings nur ein Exemplar gab. Der Nockenwellenantrieb  bei allen Motoren erfolgte über eine Königswelle. Auch waren die Motoren mit jeweils zwei Zündkerzen ausgestattet um eine optimale Verbrennung zu erzielen. Gutes und haltbares Material war zwar seinerzeit schwer zu bekommen, doch gelang es Flemming immer wieder, dank guter Beziehungen, Materialien aus dem Flugzeugbau zu beschaffen. So wurden Pleuel, Kipphebel und andere Motorinnereien zum Beispiel aus Flugzeugpropellern gefräst und geschmiedet.

Artur Flemming (auf dem linken Bild im Portrait) hat bereits 1954 ein Buch mit dem Titel “Der Rote Teufel”  herausgebracht, in dem er seinen ewigen Kampf mit dem Material beschreibt.Auch ist hier beschrieben, das er neben Bahnrennen auch noch Berg und Strassen- rennen u.a. mit einem DKW- Gespann bestritt.


Der von Artur Flemming neu entwickelte 350 ccm Motor mit Königswelle.Dieser Motor befindet sich heute im Besitz von Hans Zierk in Lehrte.


Der sehr reparaturfreundliche Motor verfügt am Zylinderkopf über mehrere kleine Deckel, so dass zum Beispiel die Ventileinstellung, auch bei eingebauten Motor, ohne Schwierigkeiten vorgenommen werden kann. Auf der linken Seite der Kurbelwelle befinden sich zwei  Kettenritzel, von denen das hintere über eine Kette die über dem Getriebe angebrachte Magnetzündung antreibt und das vordere die Primärkette für die Kupplung aufnimmt.Auch das Getriebe wurde nach Flemmings Angaben hergestellt Es handelt sich hierbei um ein Vierganggetriebe bei dem allerdings der 4.Gang entfernt wurde. Auch stellte man besondere Zahnradsätze her, die speziell nur auf dem Teterower Bergring zum Einsatz kamen.  Nach dem Ende seiner Karriere stellte Artur Flemming seine 250er dem Rathenower Fahrer Siegfried Alpermann zur Verfügung. Flemming war von seiner Konstruktion so überzeugt, das er Alpermann zwei Jahre Garantie gab und selbst als Schrauber zu den Rennen mitfuhr. Siegfried Alpermann konnte mit der AF-Maschine in den Jahren 1960 und 61 jeweils DDR- Meister in der 250er Klasse werden. Diese Maschine befindet sich  noch heute in den Besitz von Siegfried Alpermann.
Später vermachte Flemming seine Konstruktionen dem Staat der DDR, der in der Akademie der Wissenschaften in Berlin-Adlershof, Nachbauten und Weiterentwicklungen der AF-Motoren herstellen lies. Die Bahnfahrer Jupp Kohl und Walter Hase fuhren  solche Nachbauten, die aber mehr schlecht als Recht liefen, so das  Artur Flemming so manches mal zur Hilfe gerufen wurde.   Man entwickelte einen AF-Strassenrennmotor mit dem der Fahrer Hartmann einige Male an den Start ging, aber nicht sonderlich zurechtkam .Auch an der Entwicklung eines 350er AF-Motor mit Zwangssteuerung arbeitete man, allerdings erreichte auch dieser nie die Serienreife

Diese 250er AF Maschine kaufte Christan Seidel aus Pflückoff etwa 1975 von einem Fahrer aus der Nähe von Rostock und restaurierte sie daraufhin komplett. Die Hinterradfederung wurde dabei mit Stoßdämpfern statt der orginalen Gummibandfederung versehen. Auch die vom Vorbesitzer eingebaute Batteriezündung wurde von Seidel wieder durch einen Zündmagnet ersetzt..

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