Getriebe II

Bewley 2-Gang-Getriebe

Bewley
Bewleysteffen

Das Bewley 2-Gang-Getriebe ist eines der ältesten Getriebe im Bahnsport und wird auf der Langbahn verwendet.Entwickelt wurde das Getriebe vom Engländer George Bewley, der im zweiten Weltkrieg als Jagdflieger in deutsche Gefangenschaft geriet und daher gut deutsch spricht. Bis in den achtziger Jahren wurde das Getriebe, wie alle anderen auch, mit dem Fuß geschaltet. Bewley entwickelte einen Schaltautomat mit starker Feder und verzahnten Hebel, so das über einen Seilzug, vom Lenker aus, eine Sperre entriegelt wird und die Federkraft die Schaltklaue in den zweiten Gang drückt. Bewley hat seine Firma vor ca.2-Jahren verkauft und sich aufs Altenteil zurückgezogen. Die Getriebe, die immer noch nach dem gleichen Funktionsprinzip herge- stellt werden ,wurden danach unter den Firmennamen DAS (Dave A.Standing) verkauft.

Bewlautomat

                 Schaltautomat

Bewlkuppseite Bewlinnereien

Kupplungsseite mit An,-und Abtriebswelle


Bewlerstergang
Bewlzweitergang

Bewlabtriebswelle Bewlklaue Bewlvorgelege

  Funktionsdarstellung des Bewley-2-Gang-Getriebes

Bewlzeichn.-2

Leerlauf   
Schaltklaue steht in der Mitte.Zahnräder (1)und (4)drehen lose auf der Antriebswelle. 
1.-Gang   
Schaltklaue wird nach links verschoben und stellt Verbindung von Zahnrad (1)zur Antriebswelle her. Dadurch wird das Vorgelege mit den Zahnrädern 2 +3 angetrieben. Zahnrad (3) treibt die Abtriebswelle mit dem darauf befindlichen Ritzel für die Kette zum Hinterrrad an.
2.-Gang  
Schaltklaue wird nach rechts verschoben und stellt so eine Verbindung von der Antriebs,-zur Abtriebswelle her .Antriebs,- und Abtriebswelle haben gleiche Drehzahl. Zahnrad (4) treibt jetzt zwar, über das Vorgelege, Zahnrad (1)an ,ändert aber nicht die Übersetzung, da Zahnrad (1) lose  auf der Antriebswelle dreht.  
Übersetzung  
Die Übersetzung errechnet sich immer, indem man die Zähnezahl des “getriebenen “Zahnrades durch der des “treibenden” Rades dividiert. Da hier 2-Zahnradpaare im Einsatz sind, errechnet sich die Gesamtübersetzung aus dem Produkt der Einzelübersetzungen.   
Also für das erste Zahnradpaar  i1= 24:20 =1,2  und für das zweite paar  i2 = 24 : 21 = 1,143 . Woraus sich die Gesamtübersetzung  iges = 1,2 x 1,143  =1,371 ergibt .   
Das heißt also, wenn die Antriebswelle des Getriebes, 1000 Umdrehungen macht, dreht sich die Abtriebswelle, mit dem Antriebsritzel für das Hinterrad, mit  730 Umdrehungen. Es handelt sich hier also um eine Übersetzung ins langsame (Untersetzung), wodurch das Getriebeausgangsdrehmoment größer als das Motordrehmoment wird.  
Eine Änderung der Übersetzung für den 1.-Gang des Bewley-Getriebes, ist durch Auswechseln der Zahnräder 1+2  mit einer anderen Zähnezahl möglich.
Weitere Einzelheiten zur Getriebeübersetzung erfahren Sie in der Glosse von Erwin Metzger unter Übersetzungen

Auswechseln der Schalthebelbuchsen beim Bewley Getriebe

Anders als bei Großseriengetrieben, wo die Spezialwerkzeuge, zur Reparatur des Getriebes, beim Hersteller bezogen werden können, ist der Monteur bei der Reparatur von Bahnsportgetrieben auf sich allein gestellt.So wird dann oft durch den Einsatz ungeeigneter Werkzeuge das ganze Getriebe vermurkst. Die Folge sind dann rausspringende Gänge , Brüche der Schaltklaue,  oder ähnliches. Erwin Metzger zeigt hier einmal, wie eine ausgeschlagene Schalthebelbuchse bei einem Bewley-Getriebe fachmännisch repariert wird.
Bewreparatur-3Zum Aus,- und Einziehen der Bronzebuchse, konstruierte Erwin eine Abstandshülse und ein Druckstück, welches genau in die Buchse hineinpasst und dessen Rand der Wandstärke der Lagerbuchse entspricht. Das Ganze wird auf einer Imbusschraube mit Flügelmutter geführt. Bewreparatur-1-1
Zum Ausziehen der Bronzebuchse wird das Druckstück von Innen in die Buchse eingesetzt und mit Scheibe und Mutter befestigt. Dann wird die Abstandshülse von außen auf das Getriebegehäuse angebracht und die Bronzebuchse durch anziehen der Imbusschraube aus dem Getriebegehäuse gezogen.

Werkzeug und Reibahle

Bewreparatur-2Zum Einziehen der neuen Buchse ,wird das Getriebehäuse auf einer Herdplatte oder mit einem Industriefön auf ca.400°C erwärmt. Durch die Erwärmung dehnt sich das Material aus und die Buchse läßt sich leichter einziehen. Die Abstandshülse wird nun im Gehäuseinneren fixiert und die Buchse durch anziehen der Flügelmutter eingezogen Nach dem Einziehen der neuen Bronzebuchsen müssen diese mit einer Reibahle auf das Maß der Schaltwelle aufgerieben werden. Dazu wird die Reibahle mit einer sogenannten Piot-Führung versehen um links und rechts gleiche ebenen zu erhalten. Danach kann die, leicht mit Fett versehene, Schaltwelle wieder montiert werden.


Bew3-Gang

Bewley-3-Gang-Getriebe welches von Simon Wigg in den achtziger Jahren auf der Langbahn eingesetzt wurde. An der linken Seite ist der Schalthebel für den 3. Gang zu erkennen.

Die Firma Bewlew wurde Anfang 2000 geschlossen


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